Gedanken eines Revolvermannes
„Der Mann in schwarz floh in die Wüste und der Revolvermann folgte ihm …“
Rund um den Job
Kein Alptraum - Realität
Jeden Monat muss ich eigentlich sieben Frühdienste machen. Eigentlich bedeutet, dass ich versuche, jeden Monat so viele wie möglich davon frei zu nehmen.
Diesmal muss ich drei von sieben machen. Heute ist mir wieder einmal klar geworden, dass es nicht nur die unmenschliche Uhrzeit ist, die eine solche Abneigung bei mir auslöst. Es sind die Abgründe der menschlichen Psyche, die mir da von Kollegen gezeigt werden. Es beängstigend, grauenhaft und abstoßend:
Du sitzt mit deinen Kollegen am Arbeitsplatz. Alle sind noch müde und recht still. Senseokaffee dampft in den Bechern und soll die Müdigkeit vertreiben.
Dann plötzlich geschieht es: Einer ruft: "Hey, es ist halb acht. Stell den Fernseher an!" Bewegung gerät in die Kollegen. Müde Augen blicken hoffnungsvoll, freudig erregt zum Bildschirm.
Dann geschieht das Entsetzliche, nahezu unaussprechliche: 3Sat wird eingschaltet. Dort läuft in der Woche von halb acht bis neun "Alpenpanorama", am Wochenende beginnt die Sendung zum Betrübnis der Kollegen erst um acht Uhr.
Alpenpanorama! Das heisst, man sieht ständig Bilder von irgendwelchen Bergen, während unten am Bildschirm Temperatur und Luftfeuchtigkeit eingeblendet werden. Dazu läuft nonstop Musik, die mit Sicherheit Karl Moik und Caroline Reiber, sadistisch grinsend ausgewählt haben…
Die Bilder sind langweilig, die Musik verursacht ein Kribbeln im Hinterkopf, das irgendwann die Augen erreicht und einen Würgereflex auslöst. Das Schlimmste aber ist, dass die Kollegen grundsätzlich wie normale Menschen wirken, bis sie dann, von den Augen der Öffentlichkeit unbeobachtet ihre menschliche Maske absetzen und ihre wahre Natur, ihre perversen, feucht-schwülen, von den gärenden Qualen des Wahnsinns gezeichneten Gelüste ausleben…
Es klingt wie ein schlimmer Traum, aber es gibt sie. Vergesst, was ihr zu wissen glaubtet. Sie sind mitten unter uns und sie tun es.
ALPENPANORAMA.
The fight goes on
Wie getreue Leser dieses Blogs wissen, habe ich mich, beseelt von dem Wunsch beruflich vom Experten-Modus in den Godlike-Status aufzusteigen, für ein dreitägiges Auswahlverfahren beworben.Die erste Hürde in diesem Verfahren war ein Intelligenztest - den ich tatsächlich erfolgreich absolviert habe. Unglaublich, aber wahr. Auf diesem Weg einen schönen Dank an die Leute, die immer an mich geglaubt haben (special greetings to Shazzer, Atomic and Ice).
Wie geht es weiter?
Für das Verfahren hatten sich etwas über 200 Leute beworben von denen nur 130 den IQ-Test gepackt haben.
Wir gehen also mit 130 Leuten in die zweite Runde. Das wird ein ganzer Tag werden, bestehend aus einer Gruppendiskussion, Gruppenaufgabe, Vortrag und Explorationsgespräch mit einem Psychologen.
Am Ende wird man aus diesen 130 Leuten 24 auswählen, die sich dem letzten Tag stellen dürfen. Den letzten Tag werden dann lediglich 6 mit einem Lächeln beenden.
Schauen wir mal. Bis zum 21.03.06 habe ich Zeit, mich auf Diskussionen und Vortraghalten vorzubereiten (und meinen Charakter soweit zu modifizieren, dass ich den Eindruck einer souveränen Top-Führungskraft erwecke…)