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Kloß im Hals

traurig

Es ist 05:57 Uhr und ich bin seit 04:15 Uhr wach. Dabei sollte man doch annehmen, dass ich besser schlafe, seit der Test hinter mir liegt.

Der Tag gestern:

Der Wecker weckt mich um 10:30 Uhr. Ich habe gut geschlafen. Ich fühle mich fit und gut vorbereitet.

Ich dusche, mache mich fertig und frühstücke gemütlich zwei leckere Brötchen und Kaffee.

Gegen viertel vor zwölf fahre ich los. Ist noch früh. Sind ja nur ca. 130 km und um 14:00 Uhr geht es erst los.

Der Weg bis zur Autobahn zieht sich heute ziemlich - die Stadt ist rappelvoll.

Auf der Autobahn komme ich rasch in einen Stau von 7 km Länge. Gut, dass ich früh genug losgefahren bin.

Um kurz vor halb zwei komme ich in Münster an. Meine Hände sind zwar kalt, aber sonst bin ich ruhig.

Ich gehe noch kurz auf Toilette und werde anschließend schon in den Testraum gebeten. Außer mir sitzen hier noch ca. 20 weitere Leute an PCs. Einen kenne ich vom Studium. Wir nicken uns kurz zu. Leiden konnten wir uns nie sonderlich.

Einer der Konkurrenten gibt schon äußerlich alles: Er ist in einen Anzug gekleidet und führt einen wichtig aussehenden Aktenkoffer mit sich.

Ein Psychologe begrüßt uns und weist uns kurz in das PC-basierte Testverfahren ein. Nachdem Personalbögen und Kärtchen mit Passwort und Login verteilt sind, kann jeder loslegen.

Als ich bei den Matheaufgaben bin, kommt mir der Zeitrahmen für die Aufgaben mörderisch vor. Ich kann die Aufgaben alle, obwohl sie teilweise recht kniffelig sind, aber ich bin zu langsam. Zweimal passiert es mir, dass ich gerade auf einem Schmierpapier eine Aufgabe fertig gerechnet habe, als der Bildschirm schließt bevor ich die Lösung eintragen kann und ein Window freundlich verkündet, dass die Bearbeitungszeit nun vorüber ist und ich auf "Weiter" klicken soll, wenn ich bereit für den nächsten Aufgabentyp bin.

Im Bereich Tabellen und Statistiken fühle ich Niedergeschlagenheit. Ich weiss nicht, wie viele Tabellen und Statistiken zu lösen wären, denn ich schaffe schon von der ersten nur zwei drittel.

Dann kommen Wortanalogien und ich klicke mich rasch durch alle Aufgaben. Das müsste so ziemlich alles stimmen.

Anschließend die verhassten Textanalysen. Ich kämpfe mich im Supertempo durch ca. 7 komplizierte und verschachtelte Texte. Ich schaffe alle, bin mir aber über die Richtigkeit meiner Angaben nicht sicher.

Zahlenmatritzen. Habe ich geübt. Kann ich. Bis jetzt. Ungefähr 7 werde mir vorgelegt, ca. 3 davon erscheinen mir lösbar.

Zack, Test zu Ende. Jetzt schon??? Mann, was für ein Tempo. Jetzt soll ich noch handschriftlich meinen beruflichen Werdegang schildern und darlegen, warum ich in den höheren Dienst will.

Am liebsten würde ich schreiben: "Ich will gerne, aber wie ich gerade bemerke bin ich zu blöd und zu langsam." Ich stehe auf und gebe die Bögen ab. Außer mir sitzen nur noch vier Leute im Raum. Na, super.

Ich verlasse den Raum. 15:18 Uhr. Kam mir kürzer vor. Bin total müde.

Draußen ist es grau und es regnet. Passt zu meiner Stimmung.

Vier bis sechs Wochen muss ich warten, bis mir das Ergebnis mitgeteilt wird.

Die Rückfahrt nach Hause ist anstrengend, die Sicht durch den starken Regen sehr getrübt. Aus mir ist ziemlich die Luft raus, fühle mich leer und ausgelaugt. und enttäuscht.

Okay, warten wir es ab.

P.S.

Da unter meinen vielen Persönlichkeiten auch noch ein ein ganz kleiner Junge ist, hat mir der Film "Die Chroniken von Narnia" Spaß gemacht…

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