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Geschribbsel

hass […]Er erwacht. Endlich. Der menschliche Teil hat nach langer Zeit mal wieder die Kontrolle verloren und ihn herausgelassen. Er weiss nicht warum und es ist ihm egal. Nachdenken ist sowieso nicht seine Stärke. Er ist geschaffen, um zu handeln.

Er stellt fest, dass er sich am Rheinufer befindet. Es scheint früher Abend zu sein, denn es ist leicht dämmerig. Er ist nur mit Schuhen und Jeans bekleidet, aber er friert nicht. Etwa zwanzig Meter von ihm entfernt kann er einen Mann im dunklen Anzug sehen. Er ist etwa fünfzig Jahre alt und hat dunkle Haare mit graumelierten Schläfen. Er sagt scherzhaft etwas zu seiner Begleiterin, die darüber, im Gegensatz zu ihm, aber nicht lachen kann.

Der Mann ist der Grund für sein Erwachen. Er weiss es. Er weiss nicht, wer der Mann ist oder was er getan hat. Das spielt für ihn auch keine Rolle. Er beginnt auf den Mann zuzugehen. Er wird schneller. In seinem Inneren hört er Rob D „Bad Blood“ kreischen. Er fängt an zu laufen. Ein Lächeln beginnt, sich auf seinem Gesicht auszubreiten und geht in ein grollendes Lachen über. Er spürt jeden Muskel in seinem Körper, Adrenalin und Endorphine werden im Übermaß ausgeschüttet. DAS ist Leben. DAFÜR gibt es ihn.

Der Mann im Anzug und seine Begleiterin haben ihn inzwischen bemerkt. Verstörung zeigt sich auf ihren Gesichtern. Sie wollen ihm ausweichen und der Mann streckt ihm abwehrend seine Arme entgegen.

Es dauert nicht lange. Mit einem Hechtsprung bringt er den Mann zu Boden. Die Frau fängt an um Hilfe zu rufen, als zwei Schläge, schnell wie ein Blitzschlag im Sommer, eine Nase brechen. Gierige Zähne fahren in einen Hals, beissen, reissen und wühlen. Der Mann wehrt sich verzweifelt, aber genauso gut könnte er versuchen ein tollwütiges Pavianmännchen zu vertreiben.[…]

(aus: Fingertanz, Nomak, 2006)

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