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Die Blogos-Anstalt, Kapitel 2

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Ich bin jetzt schon über ein halbes Jahr hier. Hier, das heißt in der geschlossenen Abteilung einer Klinik für psychisch Kranke. Sie nennen mich Nomak. Ich weiß nicht, warum ich hier bin und ich weiß nicht, wie mein Leben war, bevor ich hier hin gekommen bin. Manchmal blitzen Bilder vor meinem inneren Auge auf. Sie sind bunt und hektisch. Sie machen mir Angst und dann konzentriere ich mich lieber wieder auf die Gegenwart.

Mir ist langweilig. Seit Wochen schon gucken immer alle nur noch Fußball. Ich nicht. Ich find das nicht so schön.

Man kann sich auch mit keinem mehr normal unterhalten, wobei das Wort "normal" vielleicht an diesem Ort sowieso fehl am Platze ist.

Spökiburger und MC Winkel dürfen an diesem Wochenende sogar raus, weil Weltmeisterschaft ist.

Vorher war deshalb der Herr Libbertz hier. Herr Libbertz ist, glaube ich, der Anwalt oder Vormund oder so vom Spökiburger.

Herr Libbertz ist dunkelhaarig und sicher noch keine dreissig Jahre.

Er hat einen schönen dunklen Anzug an und wirkt sehr selbstbewusst.

Seine Hände sind aber ganz unruhig. Er spielt immer damit herum.

Er macht ein wenig den Eindruck als sei er auf Entzug, aber das kann ja nicht sein.

Fast hätte das mit dem Ausgang von MC und Spökiburger nicht geklappt:

An einem Abend, als MC wieder Wetten, dass… für uns gespielt hat, hat er gegen Spökiburger gewettet, dass er mehr tolle T-Shirts mit raus nehmen könne und dann der Welt draussen zeigen kann, wie gut gekleidet er ist.

Sno und ich wollten dem Spökiburger dann helfen, die Wette zu gewinnen. Eigentlich war das Quatsch, denn der Gewinn vom Spökiburger wäre eine Fahrt im Opel vom MC gewesen. Dabei weiss sogar Bine Brummelschlumpf , obwohl sie auf der Frauenstation ist, dass MC natürlich gar keinen Opel hat und Spökiburger noch nicht mal schwimmen, geschweige denn autofahren kann.

Naja, Sno und ich wollten trotzdem, dass er gewinnt, und da haben wir uns überlegt wie wir im ganz tolle T-Shirts malen können. Das Problem war nur, dass unsere Buntstifte auf den Shirts nicht gut zu sehen waren. Da kamen wir dann auf die Idee, uns selber Farben zu mischen. Wir haben dann heimlich Ketchup, Senf, Salatsauce und Kakao beim Essen abgefüllt. So richtig deutlich konnte man damit nicht malen, aber auf weißen T-Shirts gibt das trotzdem einen tollen Effekt.

Herr Grob fand den Effekt wohl nicht so toll. Vielleicht fand er aber auch nur nicht gut, dass wir nur seine T-Shirts bemalt hatten. Ich hatte mir so was gleich gedacht, aber Spökiburger meinte, dass Herr Grob sicher stolz sei, wenn seine T-Shirts draußen gesehen würden.

Jedenfalls hatten wir gerade vier seiner Shirts auf dem Boden vor uns ausgebreitet und Sno versuchte mit Ketchup möglichst deutlich "Nicole fährt/ist ein Schuss" auf die weiße Hemdbrust zu schreiben, als Herr Grob die Lage überblickte, kommentarlos herumfuhr und schnurrstracks zu Ali lief. "Herr Ali, zu Ihrer Information: Die Mitinsassen Sno und Nomak haben Nahrungsmittel unterschlagen und fremdes Eigentum beschädigt. Mindestens einer von ihnen trägt Schuhe mit Klettverschluss. Mein Eigentum, namentlich meine Unterhemden, werden ohne Genehmigung herumgereicht wie ein Joint, so dass auch der dringende Tatverdacht eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz besteht. Verständigen Sie bitte umgehend Commander Burl." Ali verstand wohl nicht alles, was Herr Grob ihm da erzählte. Das Wesentlich leider schon. Sno hat versucht, Ali die Sache zu erklären. Aber als er ihm sagte, dass wir Ketchup und Senf auf die Hemden von Herrn Grob geschmiert hätten, damit Spökiburger Opel fahren kann, hat Ali nur die Augen verdreht und gesagt, dass das Abendessen für uns beide heute ausfiele. Und außerdem mussten wir direkt beide eine Tablette nehmen. Und TV-Verbot gab es auch noch.

Naja, vielleicht gewinnt Spöki aber doch noch. Ich hörte vorhin, wie Herr Grob leise zu DJ raunte:

"Meine Oma hat ´ne Bluse aus Zimt und Korriander, aus Zimt und Korriander…" Vielleicht kann Spöki sich die ja ausleihen…

To be continued…

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