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Grüße aus der Verbannung

Staub und Kartons, schwere Schränke, Hexenschuss und eine tapfere schwangere Frau, eine kleine Ausweichwohnung und kein Telefon und Internet, keine Waschmaschine.

Seit ein paar Wochen wohnen wir in einer kleinen Ausweichwohnung, seit Wochen räumen wir jeden Tag in unserem Haus herum, misten aus, tragen Möbel vom Obergeschoss in den Keller, verladen in Container - und gehen nebenbei noch im Schichtdienst arbeiten.

Montag haben die Handwerker angefangen, obwohl noch immer nicht alles fertiggeräumt war. Im Moment ist der Anblick beeindruckend: Das Haus wirkt wie ausgewaidet, eine graue Hölle, tapetenlos, durchbrochene Wände, aufgeschlagene Böden, abgesägte Rohre.

Shazzer ist so tapfer, obwohl ihr mit ihrem runden Bauch (nächsten Monat kommt unser Töchterchen endlich) alles immer schwerer fällt. Es tut mir so leid, dass sie ein paar schlimme Abende hatte, weil sie sich einfach zu viel zugemutet hat. Sonntag ist es vorbei, dann ist unser Job endlich getan.

Und trotz aller Beschwerlichkeiten, trotz der kleinen Wohnung, in der wir nun klar kommen müssen, trotz meiner schlechten Laune, als ich mich aufgrund eines Hexenschusses kaum rühren konnte, haben wir kein einziges Mal Streit bekommen.

Habe ich schonmal gesagt, dass ich die beste Frau der Welt habe?

Kein Festnetzanschluss. Das ist verschmerzbar, weil es ja Handys gibt und kurze Gespräche immer noch besser sind als keine.

Kein Internet. Argh. Das geht nicht so gut. Ich habe immer so ein schlechtes Gewissen, wenn ich an viele Kontakte denke, die aufgrund meiner vielen Offline-Zeit auf Sparflamme köcheln. So viele Mails, die erst spät beantwortet werden. Was in anderen Blogs abgeht, weiss ich schon seit Wochen nicht mehr.

Frustrierend ist, dass in der Wohnung das Laptop ein unverschüsseltes Netzwerk findet - und ich trotzdem nicht reinkomme. Irgendwelche Hacker hier, die mir ein wenig auf die Sprünge helfen können und wollen?

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