Gedanken eines Revolvermannes
„Der Mann in schwarz floh in die Wüste und der Revolvermann folgte ihm …“
Ein beschissener Abend
Fröschchen war noch klein, und wir lebten noch in der Exil-Wohnung. Shazzer war ausgeflogen und Papa wollte sich einen schönen Abend mit Pizza und DVD machen. Wurde nichts draus: Erst heulte Fröschchen ewig lange, dann lief eine fiese braune Brühe aus ihrer Windel und tränkte Papas Hose, den Sessel und den Teppich.
Aber das ist ja schon lange her. Fröschchen ist ja schon ein großes Mädchen, denn im April wird sie ja schon zwei. Also, die kleine Maus ins Bettchen gelegt, an den PC gesetzt.
Keine 20 Minuten später, brüllt der kleine Frosch. Ich vertröste Spuerhund kurz, suche Fröschchens Zimmer auf - und meine Augen und Nase erleben einen Schock. Da sitzt mein Fröschen im Bett, pudelnackt. Schlafanzug aus, Windel aus. Dafür aber Scheisse am Bein, auf dem Laken, an den Händen, an der Brust …
Völlig bedröppelt sitzt das kleine Mädchen kurze Zeit später in der Badewanne. „Was war denn da los?“, frage ich ruhig. Ihre präzise Schlagfertigkeit hat sie nicht verloren. „A-A.“, entgegnet sie bekümmert.
Noch etwas später, das Bett ist wieder schlaffertig, Fröschchen ist gebadet und bekleidet, Tränen und Wünsche habe ich weggewischt (hoch gehen, fehn-se kucken, Papa, ja!?), schaut sie mich aus treuen blauen Augen und erklärt mir tapfer „Alle widde chut."
So sei es. Schlaf gut, Fröschchen.