Gedanken eines Revolvermannes
„Der Mann in schwarz floh in die Wüste und der Revolvermann folgte ihm …“
James Bond - Casino Royale

Wir haben uns gerade den neuen James Bond Film angesehen. Es gab im Vorfeld ja eine Menge Kritiker, die einfach Daniel Craig nicht als James Bond haben wollten.
Ich muss sagen, ich finde ihn gut. Er ähnelt von der Ausstrahlung Sean Connery; er ist ein kantiger und etwas brutaler Typ. Nicht so elegant und weichgespült wie Roger Moore oder so farblos wie Timothy Dalton.
Gut hat mir auch gefallen:
- das tolle Superauto, von dem man denkt "alles klar, wieder eine Verfolgung mit ganz tollen technischen Tricks", geht sofort kaputt und Bond wird bewußtlos aus dem verunfallten PKW gezogen
- Bond schafft nicht alles ganz easy - er schwitzt, schreit, blutet und macht Fehler
- das typisch-amerikanische Happy End gibt es nicht. Jeder erwartet, dass die schöne Frau im letzten Moment gerettet wird. Jeder denkt gähnend: Jau, sie ist fast ertrunken, aber er wird sie jetzt beatmen, sie spuckt ein wenig Wasser und alles ist gut. NIX - sie stirbt
- Auf die Frage "Mr. Bond, den Martini geschüttelt oder gerührt" sagt er doch glatt "Sehe ich aus, als ob mich sowas interessiert!"
- Der ganze Film ist viel mehr wie die Bücher - ein harter Agentenfilm. Ohne High-End-Techno-Schnickschnack, ohne Bösewicht, der die Welt regieren oder zerstören will.
Da ich die Bücher immer viel besser als die Filme fand, freue ich mich schon auf den nächste Bond mit Daniel Craig. Soll, glaube ich, November 2008 rauskommen.
#1. M schrieb am 04.12.2006 um 21:50 Uhr:
*inallenpunktenzustimm*
Mir hat er auch sehr gut gefallen. Vor allem dieses "menschliche", dass er nicht in allen Punkten perfekt ist, sondern auch Fehler macht und ihm nicht alles gelingt. Dass er Emotionen zeigt und nicht immer nur der eiskalte Killer ist.
Einen dicken Minuspunkt muss ich allerdings trotzdem verzeichnen, und der ist für das ständige, offensive Product-Placement. Das wird noch nichteinmal versucht heimlich zu machen. Da heißt es ganz klar "Rolex?" "Nein, Omega". Desweiteren im besten Bild: ein dummes Ford-Auto, diverse Sony-Ericson Handys, eine Sony-Digicam (obwohl die später im Film keine Rolle mehr spielt wird lang und breit gezeigt, wie sie damit rumknipst), ...
Für Amis mag das ja völlig normal sein, für mich ist es ein wirklicher Störfaktor. Wozu bezahlt man eigentlich an der Kasse 7,5 Euro und lässt 30 Minuten Werbung/Vorschau/Beschimpfungen als potentieller Raubkopierer über sich ergehen, wenn das den Firmen offensichtlich noch nicht genug Profit macht?
#2. Ali schrieb am 04.12.2006 um 22:03 Uhr:
Habe den Bond schon vor über einer Woche gesehen und war auch ganz begeistert. Craig macht in der Rolle eine sehr gute Figur, allen Kritikern zum Trotz.
Was ich jedoch mit am Besten fand, ist, dass endlich mal die Hintergrundgeschichte von James ins Rampenlicht gerückt wird. Dieser Film hat wirklich bisher gefehlt, denn wer die Bücher nicht gelesen hat (ich hab sie gelesen), hatte bisher wirklich keine Ahnung warum Bond so ist, wie er eben ist.
Außerdem sind endlich mal dieses dumme Geballer und die ganz-super-duper-mega-tollen Spezialanfertigungen von Q verschwunden. Ganz großes Kino!
Da ich aber auch wirklich fasziniert von Poker bin, ist der Film für mich einer der besten Bonds überhaupt :)
#3. roman libbertz schrieb am 06.12.2006 um 00:40 Uhr:
aber eigentlich doch panne, der herr bond