Gedanken eines Revolvermannes
„Der Mann in schwarz floh in die Wüste und der Revolvermann folgte ihm …“
Manipulation
Heute greift irgendjemand in die Geschehnisse ein:
Ich bin auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Es regnet, ich bin müde und gelangweilt von der Büroarbeit. Ich fahre mit ca. 70 km/ h über eine Bundesstraße als plötzlich ein anderer PKW ein Tankstellengelände verlässt und schleppend langsam vor mir auf die Straße fährt.
Ich bremse hart. Das ABS knorpelt heftig unter meinem rechten Fuß, der Abstand wird immer geringer, mir wird bewusst "dieses Mal wird es einen Unfall geben". Ich sehe mich schon am Seitenstreifen im Regen stehen und auf die Polizei warten, fluchend, dass der Tagesablauf so völlig vom geplanten Prozedere abweicht.
Eingriff.
Millimeter bevor es zum Zusammenstoß kommt, schaffe ich es den Wagen zum Stillstand zu bringen.
Weil ich es so unhöflich finde, wenn man andere Leute nicht auf ihrer diletantischen Fahrkünste aufmerksam macht, hatte ich während des gesamten Bremsvorganges die Hand auf der Hupe. Und die ist echt laut.
Der Typ vor mir hat es auch gehört und fährt rechts ran. Aha, die Nummer. Ich sehe das weitere schon vor meinem geistigen Auge:
Ich halte auch an. Wir beschimpfen uns gegenseitig wüst, ein Wort ergibt das andere und am Ende wird mindestens einer von uns bluten.
Na, dann los. Ich fahre ebenfalls rechts ran und steige aus. Der andere Fahrer, ein Mann mit grauen kurz geschorenen Haaren und Dreitagebart verlässt sein Auto und kommt rasch auf mich zu. "Na, das war aber verdammt knapp!", sage ich grußlos.
Eingriff.
Er verzieht schmerzlich das Gesicht. "Ja, das stimmt.", gibt er zu.
Ich bin verblüfft. Ich setze nach. "Sie müssen auch gucken, bevor Sie losfahren.", bemerke ich äußerst schlau. "Ich weiss, ich weiss.", murmelt er kleinlaut.
Ich kann noch nicht aufhören. "Jetzt passen Sie aber gut auf, klar!?", ermahne ich ihn streng. "Das mache ich. Es tut mir wirklich leid. Entschuldigung.", erwidert er betrübt und reicht mir die Hand. Okay, er hat mich. Mein Ärger verschwindet. Ich greife nach seiner ausgestreckten Hand. "Alles klar. Haben wir ja noch mal Glück gehabt. Gute Fahrt."
Ich komme zu Hause im strömenden Regen an. Eigentlich wollte ich noch zur Bank und zu einem kleinen Fotoladen Passfotos für den Eskrima-Ausweis machen lassen. Die sollte ich heute abend auf jeden Fall mitbringen. Boah, ne. Es regnet, ich bin müde und faul - das wird wohl nichts.
Eingriff.
Seit Tagen warte ich auf ein Paket. Immer, aber auch immer, nehmen die Nachbarn so etwas an, wenn wir nicht da sind. Immer. Und wenn es ausnahmsweise mal anders sein sollte, dann müssen wir das bei der Post abholen.
Nur heute nicht. Im Briefkasten finde ich einen Zettel, dass man mich leider nicht angetroffen hat, um mir mein Paket zu überstellen. Ich könne es jedoch abholen: IN DEM KLEINEN FOTOLADEN!!!! HÄ?
Okay, lieber Eingreifer. Das hat geklappt. Natürlich bin ich los und habe die Fotos machen lassen…
Bin gespannt, wie der Tag weitergeht. Jetzt geht es gleich zum Training…
Nachtrag, 20:56 Uhr Auf dem Rückweg vom Training hat ein sportlicher junger Mann, der einen 3er BMW mit abgedunkelten Scheiben fuhr, meinen Abend versüßt, indem er vor mir her fuhr und einen Blitz in einem zivilen Opel Kombi am Straßenrand auslöste, was mir Zeit gab rechtzeitig auf 50 km/ h abzubremsen. Äh…also, ich hatte vorher, glaube ich so 54 km/ h drauf…oder so.
#1. Raphael M. schrieb am 01.06.2006 um 08:33 Uhr:
Da warst du wohl nicht alleine, an diesem Tag :-)
#2. Nomak schrieb am 01.06.2006 um 16:28 Uhr:
Genau das Gefühl hatte ich auch. Ständig war jemand in meiner Nähe, der ganz kurzfristig das Drehbuch umgeschrieben hat.
#3. covi schrieb am 01.06.2006 um 17:11 Uhr:
gerade noch mal gutgegangen, bringt nur ärger sonst... unnötigen ärger!
#4. der gelbe Engel schrieb am 01.06.2006 um 17:59 Uhr:
So ein Quark, eine Krähe hackt der anderen ... ;-)
#5. roman libbertz schrieb am 02.06.2006 um 11:59 Uhr:
oh gott
#6. Nomak schrieb am 02.06.2006 um 15:24 Uhr:
Stimmt, der könnte es auch gewesen sein...;-)